DER VERLAG + KANT
 
  ... wurde 1988/89 von Ingo Vavra in Wien gegründet. Das Verlagsprogramm weitete sich schnell vom Bereich der klassischen Philosophie auf neue Formen von angewandter philosophischer Theorie allgemein aus und erstreckt sich heute ebenso auf die Theoriebildungen der Psychoanalyse wie verschiedene Geistes- und Kulturwissenschaften. Eine Reihe von Übersetzungen machten internationale Autoren im deutschsprachigen Raum bekannt: Slavoj Zizek (ab 1992), Alain Badiou (ab 1996), Vladimir Jankélévitch (ab 2002), Jacques Lacan (ab 2003) u.v.m. (siehe die Liste der Übersetzungen). Von dieser Transmission profitieren umgekehrt Theorie und Kritik hierzulande.

Turia + Kant steht von Anfang an auch für einen neuen Stellenwert der Buchgestaltung im Bereich theoretisch-wissenschaftlicher Literatur. Der Verlag erhielt den Staatspreis "Schönste Bücher Österreichs" 2004 und die Silbermedaille "Schönste Bücher aus aller Welt" der Stiftung deutsche Buchkunst 2005.

Der Verlagsname

... selbst verdankt sich zum einen dem Fluss Turia, der der spanischen Stadt Valencia durch ein Kraftwerksprojekt abhanden gekommen ist. Was blieb, war ein leeres Flussbett. Diese Abwesenheit war bereits namensgebend für die dortige Stadtzeitung "Turia" und wurde, der Ironie und eines Zufalls wegen, auch inspirierend bei der Benennung des damals noch nicht existierenden Verlages.
Heute beherbergt das Flussbett Freizeitanlagen, und die Stadtzeitung ist zu einer repräsentativen Filmzeitschrift geworden (www.carteleraturia.com).
Vergleichsweise unironisch verhält sich dagegen Immanuel Kant, dessen Projekt der Aufklärung im zweiten Teil des Verlagsnamens notiert ist.
Der Doppelsinn des Namens kann gerne als Programm gedeutet werden: er beinhaltet, ausgehend von mediterraner Lebenswelt und nördlicher Aufklärung, Spanien und Königsberg, eine Reihe von kulturellen und intellektuellen Gegensätzen Europas (und darüber hinaus), die innerhalb der Möglichkeiten eines Verlagsprogrammes entwickelt und diskutiert werden sollen.

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