Müller-Funk / Wagner (Hg.) - »Postkoloniale« Konflikte

Eigene und andere Fremde

»Postkoloniale« Konflikte im europäischen Kontext

Hg. von Wolfgang Müller-Funk / Birgit Wagner

(Reihe: kultur.wissenschaften 8.4)

253 S. , EUR 22,-
Broschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-85132-442-6, 2005
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Dem historischen Ende des Kolonialismus entspricht seine Fortführung im Inneren der europäischen Identitästbildung.
Der europäische Kolonialismus hat zwei Seiten, eine innere und eine äußere. Die Außenseite ist die Geschichte einer von Anfang an blutig verlaufenen kolonialen Unterwerfung außereuropäischer Kulturen durch die europäischen Groß- und Mittelmächte der Neuzeit. Die andere Seite zu diesem Schauspiel liefert die Binnenkolonisation des Kontinents, die Beherrschung kleinerer und peripherer Kulturen durch größere. Bei dieser Thematik gilt es, die beiden großen innereuropäischen Figurationen des Anderen - den "wilden Osten" und den "zurückgebliebenen Süden" - miteinander verschränkt zu denken.

Die "postkolonialen" Folgen innereuropäischer Hegemonialbeziehungen in Geschichte und Kultur zu dechiffrieren, heißt zugleich, die Postcolonial Studies mit anderen kulturwissenschaftlichen Forschungstraditionen in Beziehung zu setzen und neu zu positionieren.

Biographisches:
Wolfgang Müller-Funk ist Kulturphilosoph und Essayist und seit 1999 Professor für Kulturwissenschaft und deutsche Literaturwissenschaft in Birmingham.

Birgit Wagner ist Professorin für romanische Literaturwissenschaft an der Universität Wien.