AUGUSTE COMTE
System der positiven Politik Bd. I.1
Erster Halbband des Bandes I von 4 Bänden, enthaltend die Widmung und den vorläufigen Diskurs
Aus dem Französischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Jürgen Brankel
»Système de Politique Positive« erschien 1851-1854 in vier Bänden
Cover
Kaum ein Denker des 20. Jahrhunderts konnte das Werk Auguste Comtes ignorieren. Der wichtigste Einfluss Comtes bestand in seiner Ablehnung einer Ontologie, wie sie beispielsweise noch Heidegger entwarf, als bloße metaphysische Spekulation und in der Begründung der Soziologie.

Lange galt die Vorlesung über die positive Philosophie als Comtes Hauptwerk. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts setzte sich jedoch die Auffassung durch, dass das System der positiven Politik diesem ebenbürtig, wenn nicht überlegen ist. In der Tat geht schon aus der Widmung und dem Einführenden Diskurs deutlich ervor, dass Comte mit dem Übergang von der Philosophie zur Politik sein Wertesystem auf den Kopf stellt: Statt Wissenschaft und Theorie wird nun eine Affektenlehre zur Grundlage eines Entwicklungsmodells der Gesellschaft. Der Gegensatz zwischen dem häuslichen, femininen Element – womit Comte sich gegen John Stuart Mills progressive Theorie der Frauenemanzipation stellt – und den Interessen der Industrievertreter wird durch das aktive Element, nämlich die Proletarier, überbrückt. Die Proletarier sind durch beide Affektwelten beeinflusst und bestimmen zusammen mit den Philosophen die Meinungsbildung durch die Presse, üben Druck auf die Politiker aus und führen die Gesellschaft gewaltfrei zur neuen Religion der Humanität.

Zur Person
Isidore Marie Auguste François Xavier Comte Comte (1798–1857) war Wissenschaftstheoretiker und Mathematiker und gilt als Begründer der Soziologie und des Positivismus: damals verstanden als Anstrengung einer völlig metaphysikfreien Theorie. Comte lebte als Privatgelehrter; alle Versuche, eine akademische Position zu erhalten, scheiterten. Bis zu seinem Tod am 5. September 1857 in Paris war er auf die finanzielle Unterstützung seiner Freunde und Anhänger angewiesen.
Jürgen Brankel (1943-2013), studierte Literaturwissenschaft und Philosophie und schloss mit einem Doktorat an der Sorbonne und mit dem Staatsexamen in Hamburg ab. Seit den 1990er Jahren widmete er sich ausschließlich der wissenschaftlichen Forschung und Übersetzungen aus dem Spanischen und Französischen. Für Turia + Kant übersetzte er u.a.. Vladimir Jankélévitch und Auguste Comte.
Details zum Buch
390 S., € 30,-
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85132-381-8 [vergriffen]
EAN: 9783851323818
Letztes Update: 12.06.2018
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