Didier Eribon
Der Psychoanalyse entkommen
Aus dem Französischen von Brita Pohl
Anhand von Barthes’ Fragmenten einer Sprache der Liebe und Foucaults Der Wille zum Wissen verfolgt Didier Eribon eine politische und theoretische Position, die diesen Büchern gemeinsam ist: die Ablehnung der freudomarxistischen Strömungen nach dem Mai 1968. Auch sein Text ist die Suche nach einem Ausweg aus dem übermächtigen Einfluss der Psychoanalyse. Diese wird als normativierende Macht verstanden, die weder der Homosexualität noch der Position der Frau ihre eigenständige Bedeutung einräumt und als solche auch heute noch oft nachwirkt. Eribon schließt daraus – unter Verweis auf Judith Butler – auf die Notwendigkeit, sich etwa in einer radikalen Queer Theory nicht oder nicht ausschließlich auf psychoanalytische Konzepte zu beziehen. Er schlägt vor, die Gegenbewegung wiederzubeleben, die in der Philosophie der 1970er Jahre aufgekommen war.
Biographisches:
Der Soziologe Didier Eribon zählt heute zu den wichtigsten und einflussreichsten französischen Intellektuellen. In Deutschland hat er mit seinem Buch Rückkehr nach Reims die gesellschaftliche Debatte um den Aufstieg der neuen Rechten geprägt.
»Echapper à la psychanalyse« erschien bei Léo Scheer, Paris 2005
135 S., € 17,-
Broschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-85132-872-1
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EAN: 9783851328721