Ferraris - Experimentelle Ästhetik MAURIZIO FERRARIS

Experimentelle Ästhetik

Aus dem Ital. von Haimo Perkmann
171 S. , EUR 10,-
Paperback mit Klappen
ISBN 978-3-85132-234-7, 2001
(lieferbar)

Der Titel ist lieferbar. Sollten Online-Händler wie amazon.de oder andere Buchhandlungen davon abweichende Angaben machen, heißt das nur, dass er derzeit speziell über diesen Vertrieb nicht geliefert werden kann (oder will). Wenden Sie sich an Ihre bewährte Buchhandlung; sie wird Ihnen den Titel in der Regel binnen weniger Tage über eine unserer Buchhandelsauslieferungen besorgen. Die Angabe der ISBN (s.o.) ist dabei hilfreich.

picZurück
pic
Ferraris bricht mit der postmodernen Konzeption von »Ästhetik« und versucht, sie vom ursprünglichen Wortsinn, von der Wahrnehmungswissenschaft, her neu zu denken: als Transzendenz des Empirischen statt Design und Schein.
Ferraris kommt aus der Turiner Schule Gianni Vattimos und war in den ersten Jahren seiner Karriere vor allem durch Arbeiten zu Hermeneutik und Dekonstruktion aufgefallen. Er war wesentlich an der Vermittlung des Derridaschen Denkens in Italien beteiligt. Doch mit dem Erscheinen von »Estetica razionale« (»Rationale Ästhetik«) 1997 bricht Ferraris definitiv mit den Positionen aus dem Umkreis der »Postmoderne«.

Das hier vorgelegte Bändchen ist eine Fortführung und Präzisierung der dort auf über 600 Seiten dargelegten Thesen. Es beginnt mit einer radikalen These: »Ästhetik« als philosophische Disziplin, als Philosophie der Kunst, wird ins Reich der Erfindungen verwiesen. Einer Welt, in der die Omnipräsenz von Ästhetik nicht nur als normal, sondern auch als wünschenswert betrachtet wird, vom Produktdesign bis zu Denkbewegungen der Postmoderne, setzt Ferraris das philosophische Denken entgegen. Ästhetik, dem Wortsinn nach die Wahrnehmungswissenschaft, wäre vielmehr die Zuwendung zu den Objekten als deren Verschwinden hinter dem (schönen) Schein. In dem von Diderot entlehnten Begriff einer experimentellen Ästhetik findet Ferraris den Angelpunkt, von dem aus ein neuer Zugang zur Welt zu konzipieren sein könnte.

Ferraris versteht also jenen ungenauen, vagen Ort der Ästhetik nicht als Makel, sondern als Hinweis darauf, dass gerade die Verbindung der empirischen Faktizität mit dem Transzendentalen eine unhintergehbare Voraussetzung jeder Wahrnehmung - vom Alltag bis in die Naturwissenschaften - darstellt.

Biographisches:
Maurizio Ferraris wurde 1956 in Turin geboren. Nach einem Philosophiestudium, das ihn auch nach Paris, an diverse amerikanische Universitäten und nach Heidelberg geführt hatte, unterrichtete er an mehreren italienischen Universitäten. Seit 1999 ist er Professor für theoretische Philosophie in Turin und Programmdirektor am Collège International de Philosophie, Paris. Herausgeber des Quaderno di estetica - SWIF und der Rivista di estetica; zahlreiche Publikationen - unter anderem über Nietzsche, Derrida, Ästhetik und Ontologie.