Dominik Finkelde Politische Eschatologie nach Paulus

Badiou - Agamben - Žižek - Santner

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Im Zentrum der Paulus-Lektüren von Badiou, Agamben, Zizek und Santner steht die Frage nach dem politischen und philosophischen Erbe der Briefe des Apostels. Dieses Erbe betrifft zwei Aspekte: Paulus’ Verständnis des christlichen Universalismus, der die exklusive Offenbarung des Sinai-Bundes des jüdischen Volkes zu einer Heilslehre für »alle Nationen« (Röm 1,5) macht. Und es betrifft Paulus’ Konzept eines christlichen Subjekts, das sich durch ein »Leben in Christus« der politischen Ordnung entgegen stellt.

Dabei dient der »Apostel der Heiden« den Autoren als Gewährsmann im Streit um philosophische Positionen, die unter Begriffen wie Differenz-Philosophie, Alterität und Dekonstruktion das letzte Jahrhundert dominiert haben und heute neu verhandelt werden.

Während Agamben und Santner sich explizit in die Tradition der »Philosophie der Differenz« stellen, versuchen Badiou und Zizek diese zu überwinden. Paulus erscheint dabei als Begründer eines radikalen politischen Subjekts, das wiederzuentdecken nötig ist in Zeiten, in denen »die großen Erzählungen« (Lyotard) als ideologisch-totalitär verworfen werden und gleichzeitig ein weit verbreiteter Zynismus die Beurteilung der politischen Debatten in den westlichen Demokratien prägt. Nicht eine Rekonstruktion theologischer Glaubensfragen steht im Vordergrund dieses ‚Streits um Paulus’, sondern die theologischen Implikationen in politischen Fragen der Gegenwart.

Biographisches:
Dominik Finkelde (Jg. 1970): Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Berlin und Paris. Promotion in München. Theologiestudium in Paris. Er ist Dozent für politische Philosophie und Kulturphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München.
Buchdetails
ISBN 978-3-85132-481-5
12 x 20  , 141 S., € 15,-
Erstauflage: 2007
Paperback mit Klappen Vergriffen. EAN: 9783851324815
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