Vladimir Jankélévitch
Vladimir Jankélévitch (1903-1985) wurde in Bourges als Sohn von Samuel Jankélévitch, einem ausgewanderten Russen und Übersetzer Freuds und Hegels ins Französische, geboren. Er wurde durch die Lektüre Bergsons geprägt. Er war nicht direkt dessen Schüler, hat Bergson jedoch persönlich gekannt und einen intensiven Briefwechsel mit ihm geführt. Seine Sprache zeichnet sich durch einen Reichtum an Referenzen auf andere Philosophen und auf Bilder aus, die rational nicht immer klar erfassbar sind und dem Leser Intuition abverlangen. Ein großer Teil seiner Schriften widmet sich der Musik. Seine philosophisches Werk kreist um den Augenblick und die Dauer (Bergson) und um fast unfassliche Themen wie das "Ich-weiß-nicht-was" und das "Beinahe-Nichts" - Repräsentanten des Todes, über die auch nun auch auf Deutsch ein dreibändiges Buch gleichen Titels vorliegt.

Anfangs war Jankélévitch ein aufmerksamer Beobachter der deutschen Philosophie, insbesondere jener der Romantik. Von 1926 bis 1932 hielt er sich in Prag auf, lehrte dort am Institut Français und schrieb seine Doktorarbeit über den späten Schelling. Danach erhielt er eine Berufung an die Universität von Lille. Während der deutschen Besatzung engagierte er sich in der Résistance. 1947 wurde er wieder nach Lille berufen, nachdem seine Berufung während des Vichy-Regimes aufgehoben worden war. Von 1952 bis 1979 unterrichtet er an der Sorbonne.
Als Konsequenz aus der Erfahrung des Nationalsozialismus weigerte sich Jankélévitch, sich weiter mit deutscher Philosophie zu beschäftigen oder auch nur nach Deutschland oder Österreich zu reisen.

Bei Turia + Kant erschienen, herausgegeben und aus dem Französischen
übersetzt von Jürgen Brankel:

  
  
  
  
  
  
 

Über Vladimir Jankélévitch:

  
Lucien Jerphagnon - Ahnen und Wollen: Vladimir Jankélévitch