SERGE LECLAIRE
Ein Kind wird getötet
Eine Abhandlung über den primären Narzissmus und den Todestrieb
Hg. von Das Lacansche Feld, Lacan-Archiv Bregenz
Mit einem Textanhang von Nata Minor
Aus dem Französischen von Monika Mager
»On tue un enfant. Un essai sur le narcissisme primaire et la pulsion de mort. Suivi d’un texte de Nata Minor« erschien bei Editions du Seuil, Paris 1975
Cover
»Der Tod des Kindes ist unerträglich: er realisiert den geheimsten und tiefsten unserer Wünsche. Man nimmt ohne übergroßes Leid den Tod seines Nächsten hin, man akzeptiert, mit oder ohne Widerstreit, ihn zu töten oder zu fressen. Der Schrecken des Vatermordes scheint vertrauter zu sein: aus der Schreckenstragödie ist Ödipus zum Komplex geworden. Zumindest die Vorstellung, die Mutter in Stücke zu reißen und den Vater zu töten, gilt als legitim (Sie haben, so sagt der nette Doktor, Ihren Vater noch nicht getötet!). Aber ein Kind töten, das nicht: darin sieht man das heilige Grauen; es ist unmöglich.« Serge Leclaire versucht die Analyse dieses unmöglichen Wunsches, das Kind zu töten: das Kind in sich, das die geheimen Wünsche der Eltern in sich vereint. Sein unheimliches Bild hat sich in unserem Unbewussten festgesetzt. »His Majesty the Baby« herrscht als allmächtiger Tyrann. Das Subjekt kann aber nur leben, es kann nur lieben, wenn es sich von diesem inneren Kind befreit und diesen ebenso notwendigen wie unmöglichen Tötungsakt immer wieder in Angriff nimmt.

Es geht dabei um eine bewusste und ständig zu erneuernde Absage an den Narzissmus. Dafür erweist sich der »Todestrieb« als wegweisend, insofern als er immer schon auf das »Alte« ausgerichtet ist, auf das unsterbliche Kind unserer Träume.

serge leclaire ein kind wird getötet eine abhandlung über den primären narzissmus und den todestrieb serge leclaire: ein kind wird getötet isbn 978-3-85132-315-3, 156 s., eur 18,– »der tod des kindes ist unerträglich: er realisiert den geheimsten und tiefsten unserer wünsche. man nimmt ohne übergrosses leid den tod seines nächsten hin, man akzeptiert, mit oder ohne widerstreit, ihn zu töten oder zu fressen. der schrecken des vatermordes scheint vertrauter zu sein: aus der schreckenstragödie ist ödipus zum komplex geworden. zumindest die vorstellung, die mutter in stücke zu reissen und den vater zu töten, gilt als legitim (sie haben, so sagt der nette doktor, ihren vater noch nicht getötet!). aber ein kind töten, das nicht: darin sieht man das heilige grauen; es ist unmöglich.« serge leclaire versucht die analyse dieses unmöglichen wunsches, das kind zu töten: das kind in sich, das die geheimen wünsche der eltern in sich vereint. sein unheimliches bild hat sich in unserem unbewussten festgesetzt. »his majesty the baby« herrscht als allmächtiger tyrann. das subjekt kann aber nur leben, es kann nur lieben, wenn es sich von diesem inneren kind befreit und diesen ebenso notwendigen wie unmöglichen tötungsakt immer wieder in angriff nimmt.

es geht dabei um eine bewusste und ständig zu erneuernde absage an den narzissmus. dafür erweist sich der »todestrieb« als wegweisend, insofern als er immer schon auf das »alte« ausgerichtet ist, auf das unsterbliche kind unserer träume.

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Zur Person
Serge Leclaire (1924 – 1994), Schüler und Mitarbeiter von Jacques Lacan und Françoise Dolto, studierte Medizin und Neuropsychiatrie. Er unterrichtete an der École normale supérieure. Präsident und Mitbegründer der Société française de psychanalyse (SFP). Publikationen: Psychanalyser (1968, Dt. bei Turia + Kant als Psychoanalysieren, 2001),
On tue un enfant (1975), Rompre les charmes (1981), État des lieux de la psychanalyse, le Pays de l'autre (1991).
Details zum Buch
156 S., € 18,-
Paperback mit Klappen
ISBN 978-3-85132-315-3 [vergriffen]

Letztes Update: 04.01.2018
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