Legendre Schriften Bd.3 - Das Verbrechen des Gefreiten Lortie PIERRE LEGENDRE

Das Verbrechen des Gefreiten Lortie

Versuch über den Vater

Neuausgabe
Aus dem Franz. von Clemens Pornschlegel
»Le crime du corporal Lortie, Traité sur le Père« erschien bei Librairie Arthème Fayard, Paris 1994
(Reihe: Pierre Legendre - Schriften. Bd. 3)

190 S. , EUR 26,-
Broschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-85132-592-8, 2011
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Am 8. Mai 1984 erstürmte der junge Gefreite Lortie in Kampfmontur das Gebäude der kanadischen Nationalversammlung und schoss wahllos um sich. Drei Angestellte des Hauses verloren das Leben, der Sitzungssaal war an diesem Tag allerdings leer. Lortie warf sich in den Präsidentensessel und verharrte dort 40 Minuten vor den laufenden Videokameras, bevor er aufgab. Später zum Grund dieser Tat befragt, antwortete er: »Die Regierung von Québec hatte das Gesicht meines Vaters.« Das »Verbrechen des Gefreiten Lortie« zählt zu den bekanntesten Büchern Pierre Legendres. Legendre zeichnet darin, ausgehend von diesem spektakulären Fall von Vatermord, die institutionelle und anthropologische Tragweite des »väterlichen Amtes« nach. Während Soziologen und Psychologen heute das Schwinden der Vaterrolle feststellen, erinnert Legendre immer wieder an das unterirdische Fortleben des Mittelalters, der Verschmelzung von römischem Recht und christlicher Tradition, auf der die Moderne aufruht, und ohne das viele moderne Konflikte - wie der des Lortie - kaum verständlich sind.

Im Rahmen der Gesamtausgabe wird dem deutschsprachigen Publikum das Werk hier erneut, in revidierter Übersetzung, zugänglich gemacht.

Biographisches:
Pierre Legendre, geb. 1930, ist Rechtshistoriker mit einem weiten psychoanalytischen, kultur- und religionshistorischen Hintergrund. Er lehrt an der Pariser École pratique des Hautes Études.
Clemens Pornschlegel ist Professor für neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München.


Siehe auch:
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