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In den Ländern des ehemaligen »Ostblocks« hat es - neben der offiziellen Philosophie des Marxismus-Leninismus - immer eine starke »subversive« Tradition der Phänomenologie gegeben. »Mesotes« war schon vor den Zeiten des Umbruchs ein Pionier im Bereich des philosophischen Austausches des Westens mit den PhänomenologInnen des Ostens.
Die seinerzeitige »Zeitschrift für philosophischen Ost-West-Dialog« ist bei Turia + Kant zu einer Buchreihe geworden, die nach wie vor ihrem Ziel verpflichtet ist, zu vorgegebenen Themen die Stimmen aus beiden Sphären zu hören.Der vorliegende Band ist in seinem Hauptteil dem Versuch gewidmet, mit den Mitteln der Phänomenologie Werke der Bildenden Kunst zu erschließen. Die phänomenologische Interpretation von Bildwerken führt, weit mehr noch als im Fall des literarischen Werks, ein Randdasein im Bereich phänomenologischer Forschung. Nur vereinzelt stößt man auf Versuche, ein Werk oder eine Werkfolge, sei es Zeichnung, Malerei, Skulptur, Ready-made oder Filmwerk, zum Gegenstand einer phänomenologischen Analyse zu machen. Allbekannt sind Heideggers Reflexionen über Van Goghs Bauernschuhe. Mehr als zu einzelnen Werken haben sich phänomenologische Autoren zu Künstlern und Werkrichtungen zu Wort gemeldet. Als genuin phänomenologische Arbeit wäre aber herauszukristallisieren, was überhaupt ein Bild ist. Dieser Band versucht, allen Aspekten Rechnung zu tragen. Er wird durch eine von den Herausgebern formulierte Einführung eröffnet, die im ersten Teil einen Forschungsbericht über die bisher geleisteten phänomenologischen Auseinandersetzungen mit der Bildenden Kunst und im zweiten Teil Charakteristiken der Einzelbeiträge enthält. Abgeschlossen wird der Band von einem dokumentarischen Artikel von Gabriele Scaramuzza, der die geschichtlichen Ursprünge und den Verlauf der an der Università degli Studi di Milano einzigartig stark vertretenen phänomenologischen Ästhetik nachzeichnet.
Inhalt
Zur Einführung Biographisches:
Jürgen Trinks ist - gemeinsam mit Maria Fürst - Begründer der philosophischen Ost-West-Gespräche. Er lebt als freier Autor in Wien.Hans Rainer Sepp ist Herausgeber von und Autor über Husserl und ist in Prag am Zentrum für phänomenologische Forschung (CFB) sowie an der Karls-Univeristät in Prag tätig. |