Jean-Luc Nancy
Maurice Blanchot – Politische Passion
Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Jonas Hock
Im September 2014 erschien in Frankreich eine Ausgabe des mit der deutschen TEXT + KRITIK vergleichbaren Cahier de l’Herne zu Maurice Blanchot. Mitte der 1980er Jahre hatten Jean-Luc Nancy und Philippe Lacoue-Labarthe bereits ein solches Cahier geplant, mussten nach ablehnenden Reaktionen beinahe aller Angefragten das Projekt jedoch aufgeben. Die (vermeintliche) Wiederentdeckung von Maurice Blanchots ›dunkler‹ Vergangenheit, nämlich seiner Affinität zu radikal rechten Pariser Gruppen in den 1930er Jahren, ließ das Vorhaben damals als allzu heikel erscheinen. Der vorliegende Band wirft ein erstes Licht auf diese Zusammenhänge: Der einleitende Kommentar Jean-Luc Nancys situiert die Ereignisse historisch und skizziert einen möglichen Zugang zu Blanchots ›politischer Passion‹, zur Frage seiner ›Konversion‹ vom Faschismus zum Kommunismus und der zentralen Rolle der Literatur dabei. Ein bisher unveröffentlichter Brief Blanchots selbst und einer seines Freundes Dionys Mascolo dokumentieren deren unmittelbare damalige Reaktionen auf die Debatte – im Falle Blanchots durch die ausführliche, erzählende Darlegung einiger Details aus den 30er Jahren.
Biographisches:
Jean-Luc Nancy war Professor in Strasbourg und ist einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart. Seine Arbeiten reichen von Literatur- und Bildtheorie über ontologische Fragestellungen bis hin zu politischer Philosophie, insbesondere zur Frage der Gemeinschaft.
Maurice Blanchot (1907-2003) war ein französischer Journalist, Literaturtheoretiker und Schriftsteller mit großem Einfluss auf die poststrukturalistische Theorie.
»Maurice Blanchot. Passion Politique« erschien bei Éditions Galilée, Paris 2011
70 S., € 10,-
Broschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-85132-774-8
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EAN: 9783851327748