KLAUS NEUNDLINGER
Einübung ins Aufbegehren
Ein Beitrag zur Materialgeschichte des Glases
Mit einem einführenden Kommentar von Stefan Nowotny
Cover
Glas gestaltet als Element der repräsentativen Architektur und der Inszenierung der sozialen Räume die Erscheinungsformen der Macht im 19. und 20. Jahrhundert. Das Material Glas wurde in mehrfacher Hinsicht zu jener Oberfläche, an der sich der Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse, das Begehren nach deren Umkehr und die Verzweiflung über die Beschränktheit der Mittel verdichten und entladen. Was zeigt sich dann im Zerbrechen des Glases? Die Frage, die sich im Auseinanderbrechen des Glases stellen muss, ist, ob es gelingt, eine Universalität zu denken, die den Wert, den Sinn und damit die Zukunft nicht vorwegnimmt.

Ausgehend von einem Aufstand 1971 in Córdoba, Argentinien, wird parallel zur Geschichte von Revolten und Erhebungen gegen unhaltbare soziale Zustände die Geschichte des Materials Glas rekonstruiert. Der Autor beschreibt die technisch-industriellen, ästhetischen und historisch-politischen Hintergründe der Herstellung und des Einsatzes von Glas. In einer Reihe von Analogien konfrontiert er diese Geschichte mit der Bildung sozialer Identitäten und der Selbstorganisation und Reflexion politischer Bewegungen – bis zur so genannten Anti-Globalisierungsbewegung.

Zur Person
Klaus Neundlinger: Studium der Philosophie und Musikwissenschaft in Wien, Mitinitiator des forum tausch / verweigerung/en, derzeit Auslandslektor an der Universität Neapel. Zahlreich litarische und philosophische Publikationen. Schwerpunkte: Phänomenologie, Politische Theorie, Verhältnis von Arbeit und Wissen.

Stefan Nowotny: Vorstandsmitglied und Brüssel-Korrespondent des European Institute for Progressive Cultural Policies. Publizierte bislang vor allem zur Theorie des Kulturbegriffs, zu politischer Philosophie und Phänomenologie.
Details zum Buch
79 S., € 10,-
Paperback mit Klappen
ISBN 978-3-85132-396-2 [vergriffen]
EAN: 9783851323962
Letztes Update: 03.09.2018
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