Drehli Robnik
Film ohne Grund
Filmtheorie, Postpolitik und Dissens bei Jacques Rancière
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Dieser Beitrag zur Filmtheorie geht von Jacques Rancières Schriften zur Politik und zum Film aus. Rancière konzipiert Politik und (Film-)Ästhetik "ineinander" – die Politik im Zeichen der Ästhetik, die Ästhetik im Medium der Politik. Beide betreffen gemeinschaftliche Wahrnehmungsweisen und Platzzuweisungen ebenso wie deren Störung. Im Fokus dieser Theorie stehen dissensuale Akte: Inszenierungen von Streitfällen, durch die sich politische Subjekte bilden, indem sie sich von ihrer Identität und Bodenhaftung im Sozialen absetzen. Es geht um Wortergreifungen, die nicht vorgesehen sind, und um Erscheinen ohne sicheren Grund.
            Film ohne Grund sondiert Rancières Film-Texte – zumal sein Verhältnis zu Gilles Deleuze – im Licht seines Politikbegriffs und wirft einen kritischen Blick auf  aktuelle Mainstreamfilme wie auch auf Theorien, die jeweils beanspruchen, Kino und Politik zusammenzuführen. Daraus resultiert ein Votum für Dissens und Voraussetzungsbruch als Momente einer politischen Filmästhetik. 
Biographisches:
Drehli Robnik ist Key Researcher am Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft in Wien und unterrichtet Filmwissenschaft an Unversitäten in Wien, Brno und Frankfurt/Main. Er ist Autor von Geschichts-ästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20. Juli im Film 1948-2008 (Wien: Turia+Kant 2009).
108 S., € 12,-
Broschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-85132-618-5
[vergriffen]
EAN: 9783851326185