ANNA TUSCHLING
Diskretes und Unbewusstes
Die Psychoanalyse, das Cerebrale und die Technikgeschichte
Cover
Es hat lange bis in das 20. Jahrhundert hinein gedauert, bis der Begriff des Unbewussten primär mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds in Verbindung gebracht wurde. Bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts war er als Terminus einer populären Philosophie und Technikphilosophie u.a. bei Eduard von Hartmann, Wilhelm Jerusalem und Ernst Kapp in Verwendung. Das Unbewusste diente dabei als Bindeglied zwischen der Philosophiegeschichte, den technischen Wissenschaften, der Hirnforschung und öffentlichen Debatten.

Assoziierte man bis in die 1910/20er Jahre das Unbewusste also keinesfalls ausschließlich mit dem Namen Freud, so sind die philosophischen Begriffe des Unbewussten kurz darauf – nicht zu Unrecht – weitgehend vergessen worden. Rückblickend stellt sich dennoch die überraschende Frage, warum Freud einen damals geradezu verbrauchten Begriff aufnahm und vollkommen neu prägte. Die Antwort des Buches lautet, dass die Psychoanalyse das Unbewusste anders zu denken erlaubt, indem sie distanzierend auf die genannten Diskurse reagiert. Unbewusst bedeutet nicht mehr nur, dass etwas dem Bewusstsein vorausgesetzt ist, sondern auch, dass etwas diskret tätig ist.

Die Studie folgt den diskursiven Wegen des Unbewussten durch die philosophischen Theorien des Cerebralen, des Unbewussten und die frühen medienanthropologischen Studien, um Diskretes und Unbewusstes im Lichte aktueller Debatten über die Vorherrschaft der Hochtechnologie, die Grenzen des Bewusstseins und die Bedeutung des Gehirns neu einzuordnen und auszuwerten.

anna tuschling diskretes und unbewusstes die psychoanalyse, das cerebrale und die technikgeschichte anna tuschling: diskretes und unbewusstes isbn 978-3-85132-876-9, 306 s., eur 36,– es hat lange bis in das 20. jahrhundert hinein gedauert, bis der begriff des unbewussten primär mit der psychoanalyse sigmund freuds in verbindung gebracht wurde. bereits ab mitte des 19. jahrhunderts war er als terminus einer populären philosophie und technikphilosophie u.a. bei eduard von hartmann, wilhelm jerusalem und ernst kapp in verwendung. das unbewusste diente dabei als bindeglied zwischen der philosophiegeschichte, den technischen wissenschaften, der hirnforschung und öffentlichen debatten.

assoziierte man bis in die 1910/20er jahre das unbewusste also keinesfalls ausschliesslich mit dem namen freud, so sind die philosophischen begriffe des unbewussten kurz darauf – nicht zu unrecht – weitgehend vergessen worden. rückblickend stellt sich dennoch die überraschende frage, warum freud einen damals geradezu verbrauchten begriff aufnahm und vollkommen neu prägte. die antwort des buches lautet, dass die psychoanalyse das unbewusste anders zu denken erlaubt, indem sie distanzierend auf die genannten diskurse reagiert. unbewusst bedeutet nicht mehr nur, dass etwas dem bewusstsein vorausgesetzt ist, sondern auch, dass etwas diskret tätig ist.

die studie folgt den diskursiven wegen des unbewussten durch die philosophischen theorien des cerebralen, des unbewussten und die frühen medienanthropologischen studien, um diskretes und unbewusstes im lichte aktueller debatten über die vorherrschaft der hochtechnologie, die grenzen des bewusstseins und die bedeutung des gehirns neu einzuordnen und auszuwerten.

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Zur Person
Anna Tuschling ist Medienkulturwissenschaftlerin und arbeitet am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Sie hat über Freuds Theorie des Dritten im Zeitalter elektronischer Kommunikation, Witz und Sublimierung, Affective Computing und die Nachträglichkeit der Medien geschrieben. Derzeit forscht sie zur Kulturgeschichte des Diskreten.
Details zum Buch
306 S., € 36,-
Broschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-85132-876-9 [lieferbar]

Letztes Update: 04.01.2018
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