Louis Althusser
Was tun?
Aus dem Französischen von Oliver Precht
Als Althusser 1978 die alte, von Kant und Lenin geerbte Frage »Was tun?« aufgriff, war dies für ihn eine sowohl philosophische als auch praktische Frage. Sie führt unmittelbar zu einer »konkreten Analyse der konkreten Situation«, die Althusser im ersten Teil des Buches unternimmt, in dem er das Feld des Klassenkampfes analysiert. Sie führt zu der Frage der Neuorientierung der Kommunistischen Partei und der neuen Herausforderungen einer radikal veränderten Arbeiterklasse.

Im zweiten Teil dieses Buches stellt Althusser in theoretischen Gespräche mit Machiavelli, Gramsci, Spinoza und Marx eine weitere Frage: Wie erklärt man, dass es niemanden gibt, der die angekündigte Revolution verwirklicht? Um diese fast vollständige Abwesenheit eines revolutionären Subjekts im europäischen Kontext zu verstehen, ist Althusser gezwungen, die Grundbegriffe der Geschichts­philosophie zu überdenken: Er muss Geschichte weder deterministisch noch historisch denken, und insbesondere eine Reflexion über die Rolle des Denkens selbst anzustellen, über die Rolle des Intellektuellen, der die Frage stellt, was zu tun ist.

Der unvollendete Kurs von 1978, der 2018 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, ist ein wichtiges, komplexes Dokument in der Entwicklung des Althusser’schen Denkens.

Biographisches:
Oliver Precht ist Philosoph und Literaturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Que faire? erschien bei Presses Universitaires de France/Humensis, Paris 2018
Lieferbarkeit | Details . . . ▽
ISBN 978-3-85132-957-5
Auflage: 2020
Ersch. noch unbestimmt
12 x 20 cm, ca. 200 S., ca. € 24,-
EAN: 9783851329575