Michaël Fœssel
Nach dem Ende der Welt
Kritik der apokalyptischen Vernunft
Aus dem Französischen von Brita Pohl
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Seit Beginn der Neuzeit haben einander viele Visionen vom Welt­untergang abgewechselt. Allein die letzten Jahrzehnte sahen sich bedroht von Atomkrieg, Finanzkrise, Umweltkatastrophe und anderen. Foessel geht in seinem Buch dem apokalyptischen Denken der Moderne nach und zeichnet dessen umfassende Genealogie.

   Das Denken vom Ende der Welt zeigt sich ihm als eine Wendung, die im rationalen Denken der Neuzeit selbst begründet ist. Der wohlgeordnete Kosmos, die göttliche Ordnung der Dinge sind durch reine Vernunft bereits am Beginn der Moderne zugrunde gegangen und haben den Menschen unbehaust in seiner Lebenswelt zurückgelassen. Er hat keine Hoffnung von außerhalb der Welt, keine Offenbarung, keine Offenlegung. Dieses Ende der Welt ist absolut. Mit Descartes, Kant, Hegel, Bourdieu u.a. zeigt Foessel das apokalyptische Denken als eine Konsequenz dessen, dass wir die Welt bereits verloren haben und uns nur mehr die Sorge um das bloße Leben bleibt.

   Anstatt aber diese ›Lebensphilosophie‹ zu betonen, ist es die Aufgabe des Denkens vielmehr, die Welt als Summe aller Möglich­keiten zu sehen, die wir nicht nur selbst, sondern auch gesellschaftlich und politisch ergreifen können. Foessel plädiert für einen kosmolo­gischen Existen­zialismus, der das Unbestimmte und Unvorher­gesehene nicht bestreitet, die Obsession von Risiko und Sicherheit hinter sich lässt und die Rationalität in der Welt weiterentwickelt.

   

Biographisches:
Michaël Fœssel ist Nachfolger von Alain Finkiel­kraut am Lehrstuhl für Philosophie an der École polytechnique in Paris.
Brita Pohl ist selbständige Übersetzerin und Lektorin in Wien.
Michael Foessel - Après la fin du monde. Critique de la raison apocalyptique erschien bei Éditions du Seuil, Paris 2012
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ISBN 978-3-85132-936-0
Auflage: 2019
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16 x 24 cm, 308 S., € 29,-
Paperback mit Klappen
EAN: 9783851329360

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