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Martin Treml
Freuds Lektüren der Liebe
Psychoanalyse und Religionskulturen
Hg. von Thomas Macho

Freud dachte nicht nur über die Liebe nach, sondern er las auch immer wieder über sie, jedenfalls das, was antike, deutsche, skandinavische Autoren und natürlich Shakespeare dazu schrieben. Er erfuhr dabei von ohnmächtigen wie tyrannischen Vätern, die ihre Töchter und (Schwieger-)Söhne beherrschen wollen, von den fehlenden oder toten Müttern und ihren Verschiebungen auf andere Figuren. Diese Lektüren vollzogen sich vor dem Hintergrund neuerer Religionskulturen, denn so wirkt Religion in der Dialektik von Entzauberung und Wiederverzauberung der Welt: nicht mehr als Glaube und Bekenntnis, sondern als Habitus und Lebensform. Alle wichtigen Symbole sind ehemals religiöse; und dass das so ist, ist zumeist unbewusst. Die daraus entfaltete Theorie wird schließlich auch auf den Roman von Freud und seiner Familie selbst bezogen.

Biographisches:
Martin Treml ist Religionswissenschaftler und Judaist und arbeitete seit 2000 am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin in leitender Funktion, zuletzt am Forschungsprojekt Aby Warburg und die Religionskulturen; Promotion bei Klaus Heinrich (FU Berlin) über Paulus; Fellowships in Jerusalem, London, Weimar, Stanford und Innsbruck; Herausgeber von Texten von Erich Auerbach, Jacob Taubes und Aby Warburg; Arbeitsschwerpunkte: Kulturtheorie um 1900, westliche Religionskulturen, Kultur- und Literaturgeschichte des deutschen Judentums, Antike. Treml ist derzeit DAAD-Professor für Religions- und Kulturwissenschaft an der Staatlichen Ilia Universität in Tbilisi, Georgien.
Bibliographisches:
Buchdetails . . . ▽
ISBN 978-3-98514-021-3
12 x 20 cm, ca. 120 S., ca. € 19,-
Paperback mit Klappen
In Vorbereitung für Nov. 2021. EAN: 9783985140213