Jacques Lacan
Die Ethik der Psychoanalyse
Das Seminar, Buch VII
Hg. von Norbert Haas und Hans-Jachim Metzger
Textherstellung durch Jacques-Alain Miller
Aus dem Französischen von Norbert Haas
Lacan versteht Ethik nicht als Tugend eines intakten Ich-Subjekts, welche die Psychoanalyse möglichst zu stärken hätte, sondern als Auseinandersetzung mit dem paradoxen Universum der Schuld, das Freud gleich am Beginn seiner Karriere – mit der Idee des ödipalen Vatermordes – eröffnet hat. Schon in Totem und Tabu (1913) zeigte Freud, wie Überichfunktion, Schuldgefühl und Funktion des Vaters zur Hervorbringung von Kultur beitragen und dadurch Individuen überhaupt gesellschaftsfähig und austauschfähig werden. Darauf baut Ethik auf.

Die so verstandene »Sublimierung« ist nicht nur das Hilfsbegriff einer trivialen Kulturtheorie, sondern ein eminentes, tragisches Geschehen der psychoanalytischen Theorie und Praxis. Von diesem Thema aus ist ein breites, komplexes Feld zu durchqueren, in dem Lacan von Aristoteles bis Kant und de Sade wandert und letztlich wieder bei der griechischen Tragödie – Sophokles’ Antigone – endet.

Le séminaire de Jacques Lacan, Texte établi par Jacques-Alain Miller, Livre VII, L'ethique de la psychanalyse, 1955-1956 erschien bei Éditions du Seuil, Paris 1986
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ISBN 978-3-85132-806-6
Auflage: 2016
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16 x 24 cm, 396 S., € 40,-
Broschur mit Fadenheftung
EAN: 9783851328066

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